Aktueller Marktintelligenzbericht zu Polyetherpolyolen
I. Marktpreistrends
>- Jüngste Preisschwankungen: Seit der zweiten Jahreshälfte 2025 zeigten die Preise für Polyetherpolyole ein Muster aus anfänglichem Rückgang gefolgt von einer Erholung. Die Preise erreichten im zweiten Quartal 2025 ihr Tief und begannen sich im dritten Quartal wieder zu erholen. Die Preise für Weichschaumpolyether stiegen von 7.366 RMB/Tonne im zweiten Quartal 2025 auf 8.306 RMB/Tonne im August 2025 – ein Anstieg um 12,75 %; Die Preise für POP (Polymerpolyole) stabilisierten sich ebenfalls und erholten sich, wobei der Durchschnittspreis im August 2025 um ca. 0,5 % gegenüber dem Vorquartal zunahm.
>- Kostenbedingter Aufwärtsdruck: Im März 2026 lösten geopolitische Spannungen und Unsicherheiten bei der Rohstoffversorgung heftige Preisanstiege bei wichtigen Ausgangsstoffen aus – Epichlorhydrin (EO) stieg innerhalb einer Woche um 1.200 RMB/Tonne, während Propylenoxid (PO) um 2.500 RMB/Tonne anstieg. Dies führte unmittelbar zu raschen Preisanstiegen bei Polyetherpolyolen, wobei einige Sorten wöchentlich um bis zu 1.000 RMB/Tonne zulegten.
II. Angebots-Nachfrage-Dynamik
>- Angebotsseite:
> - Kapazitätserweiterung: Chinas gesamte Produktionskapazität für Polyetherpolyole überstieg 2025 10,57 Millionen Tonnen. Bis 2026 werden weitere über 2 Millionen Tonnen neue Kapazität in Betrieb genommen – darunter auch Anlagen, die Ende 2025 in Betrieb gingen – vorwiegend bei Branchenführern wie Wanhua Chemical und Longhua New Materials, deren Produktportfolios sich zunehmend auf Hochleistungs- und differenzierte Produkte ausrichten.
> - Unterschiedliche Auslastungsraten: Führende Unternehmen hielten Auslastungsraten von 70–80 % aufrecht, während kleinere Akteure aufgrund von Profitabilitätsdruck deutlich niedrigere Auslastungsniveaus verzeichneten. Die gesamte Branchenauslastung lag bei rund 65 %.
>- Nachfrageseite:
> - Inländische Nachfrage: Der offensichtliche inländische Verbrauch erreichte 2025 4,43 Millionen Tonnen, ein Anstieg um 5,85 % gegenüber dem Vorjahr. Das Wachstum wurde vor allem durch starre Schaumpolyether (für Logistikketten mit Kühlkette und Energieeffizienz im Bauwesen) sowie Spezialpolyether für Fahrzeuge mit alternativen Antrieben getrieben.
> - Exportnachfrage: Die Exporte beliefen sich 2025 auf insgesamt 2,76 Millionen Tonnen und stiegen um 28,1 % gegenüber dem Vorjahr, hauptsächlich nach der Türkei, Indien und Vietnam. Handelshemmnisse – darunter Antidumpinguntersuchungen in Indien und vorläufige Antidumpingentscheidungen in Brasilien – verändern jedoch die Struktur der Exportmärkte.
III. Branchentreiber
>- Politikbedingte Faktoren:
> - „Doppelte-Kohlenstoff“-Ziele: Durchbrüche bei der Technologie für biobasierte Polyether ermöglichten ein Marktvolumen von 4,2 Mrd. RMB im Jahr 2026. Der Bio-Kohlenstoffanteil liegt typischerweise zwischen 30 und 50 %; kommerzielle Großanwendungen sind mittlerweile in Automobil-Innenräumen und hochwertiger Haushaltsmöbelindustrie etabliert.
> - Umweltvorschriften: Die Einführung von Richtlinien zur sauberen Produktion sowie von Leitfäden zur Erfassung von Kohlenstoffemissionen für die Polyurethan-Industrie beschleunigte die Abschaltung veralteter Kapazitäten und erhöhte die Branchenkonzentration (CR5 erreichte 47,86 %).
>- Technologiebedingte Faktoren:
> - Prozessverbesserungen: Der Einsatz kontinuierlicher Produktionsverfahren hat 60 % überschritten. Polyether, die mit DMC-(Doppel-Metall-Cyanid-)Katalysatoren synthetisiert werden, erreichen Ungesättigtheitswerte unter 0,015 meq/g – und erfüllen damit strenge Anforderungen für hochelastische Schäume und Elastomere.
> - Kreislaufwirtschaft: Industrielle Durchbrüche wurden bei der chemischen Depolymerisation und Alkoholyse von gebrauchtem Polyurethanschaum erzielt. Die Produktion regenerierter Polyether erreichte 2026 ca. 320.000 Tonnen, mit stabilen Ausbeuteraten von über 85 %.
IV. Risiken und Herausforderungen
>- Geopolitisches Risiko: Geopolitische Konflikte im März 2026 führten zu erheblichen Schwankungen bei den Rohstoffpreisen und untergruben die Stabilität der Lieferkette.
>- Handelshemmnisse: Häufige Antidumpinguntersuchungen gegen chinesische Polyether in Indien, Brasilien und anderen Märkten erfordern dynamische Anpassungen der regionalen Exportstrategien.
>- Kostenbelastung: Obwohl die Kapazitäten für PO und EO ausgebaut werden, bleibt die anhaltende Preisschwankung der zentralen Einflussfaktor für die Branchenrentabilität – was zahlreiche Polyetherhersteller veranlasste, ihre Preisangaben einzufrieren („Bestellungen einfrieren“), um Risiken während des Rohstoffpreisanstiegs im März 2026 abzufedern.
Analyse & Ausblick
I. Kurzfristig (Q3–Q4 2026)
>- Preistrend: Gestützt durch hohe Rohstoffkosten und saisonale Nachfragestärke (die traditionellen „Goldenen September“ und „Silbernen Oktober“) dürften die Preise für Polyetherpolyole auf hohem Niveau bleiben, mit moderater Volatilität. Die Durchschnittspreise für Weichschaumpolyether könnten 8.500 RMB/Tonne überschreiten.
>- Angebots-Nachfrage-Gleichgewicht: Der schrittweise Hochlauf neu hinzugekommener Kapazitäten wird durch ein robustes Exportwachstum ausgeglichen (jährliche Exporte werden voraussichtlich 3 Millionen Tonnen überschreiten), wodurch der innere Marktdruck gemildert wird. Die Branche wird voraussichtlich zunächst höhere Lagerbestände aufbauen, die dann bis zum vierten Quartal wieder auf ein angemessenes Niveau zurückgehen.
II. Mittelfristig (2027–2028)
>- Optimierung der Kapazitätsstruktur: Eine Überkapazität bei konventionellen Weichschaumpolyethern wird sich verschärfen und den Branchenumbau hin zu hochwertigen Segmenten beschleunigen – etwa Spezialpolyether und Polyether der CASE-Klasse (Beschichtungen, Klebstoffe, Dichtstoffe, Elastomere). Führende Unternehmen werden Kostenvorteile durch vertikale Integration ausschöpfen (z. B. die integrierte PO–Polyether-Produktion von Wanhua Chemical).
>- Beschleunigung des grünen Übergangs: Die Kostenlücke zwischen biobasierten und konventionellen Polyethern wird sich voraussichtlich auf unter 10 % verringern, was eine Marktdurchdringung von 15–20 % ermöglichen wird. Bei Anwendungen mit niedriger Dichte für Weichschaum könnte der Anteil regenerierter Polyether im Gemisch über 50 % überschreiten.
III. Langfristig (2029–2030)
>- Wachstumstreiber der Nachfrage: Die steigende Durchdringung von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben (voraussichtlich 60 % bis 2030) sowie der Ausbau der Infrastruktur für Logistikketten mit Kühlkette (mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 12 %) werden die Nachfrage nach starren Schaumpolyethern antreiben. Gleichzeitig wird erwartet, dass Anwendungen im Bereich der Energieeffizienz im Bauwesen bis zu 45 % der Gesamtnachfrage ausmachen.
>- Entwicklung des Wettbewerbsumfelds: Die Branchenkonzentration wird weiter steigen (CR10 wird voraussichtlich über 65 % liegen). Technologische Barrieren und ESG-Leistung werden zu entscheidenden Wettbewerbsunterscheidungsmerkmalen, wobei sich der Trend vom reinen Materiallieferanten hin zum ganzheitlichen Lösungsanbieter verschiebt.
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